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Klimaschutzpreis für Welda
Der Klimaschutzpreis für Welda (©) Holger Sprenger

Der Klimaschutzpreis für Welda

Durch diverse Optimierungsmaßnahmen trägt die Dorfgemeinschaft Welda aktiv und nachhaltig zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei und nutzt dabei verantwortungsvoll die natürlichen Ressourcen.

Das besondere Engagement wurde von der Stadt Warburg und Westenergie mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

Klimaschutzpreis 2022 geht nach Welda

Dorfgemeinschaft Welda spart über 25.000 kWh Gas und 4,8 Tonnen CO2.
Stadt Warburg und Westenergie zeichnen das besondere Engagement der Dorfgemeinschaft zur CO2-Reduzierung aus.

Der 1. Platz des Klimaschutzpreises der Stadt Warburg und des Energiekonzern Westenergie wurde anhand der Kriterien Wirksamkeit für den Umweltschutz, Innovationsgrad, Kreativität, Vorbildwirkung, Nachhaltigkeit und persönlicher Einsatz bestimmt.

Nach einer Präsentation des Klimaschutz-Projektes der Dorfgemeinschaft Welda mit seinen enormen Einsparungen, übergab Bürgermeister Tobias Scherf, gemeinsam mit der Klimaschutzbeauftragten Stefanie Hüser und dem Westenergie-Kommunalmanager Thorsten Hildebrandt, die Urkunde des Klimaschutzpreises an den 1. Vorsitzenden Holger Sprenger.

Klimaschutzpreis Verleihung an Holger Sprenger

Von links: Thomas Multhaupt, Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt, Jürgen Lange, Bürgermeister Tobias Scherf, 1. Vorsitzender Holger Sprenger, Thorsten Hildebrandt und Stefanie Hüser

Der Klimaschutzpreis steht ganz im Zeichen des Natur- und Umweltschutzes. Es werden Initiativen gewürdigt, die in besonderem Maße die Umweltbedingungen in den Kommunen  verbessern, Energie sparen oder Lebensräume erhalten.

Durch das von Holger Sprenger initiierte und betreute Klimaschutzprojekt der Dorfgemeinschaft Welda wurden Schwachstellen der Heizungsanlage der örtlichen Iberg-Halle und des Dorfgemeinschaftshauses aufgedeckt, analysiert und beseitigt.

Zusätzlich erfolgte eine Umstellung auf ein Smart-Home-System, mit dem sich die Heizkörper der unterschiedlich genutzten Räume in Gruppen zusammenfassen und je nach Bedarf zeitgenau ansteuern lassen. Auch Neigung und Niveau der Kesselsteuerung wurden entsprechend optimiert und angepasst.

„Die Erkenntnisse aus einer umfangreichen täglichen Datenerfassung von Verbrauchsdaten, Wetter-, Heizungs- und Raumtemperaturen ermöglichen heute eine punktgenaue und komfortable Beheizung der einzelnen Räume, sparen viel Energie und entlasten die Umwelt“, erläutert der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft.

„Die einzelnen Räume haben unterschiedliche Grundtemperaturen und ein unterschiedliches Aufheizverhalten, was wir bei deren Beheizung heute berücksichtigen“, führt Sprenger fort.

„Wir haben im Jahr 2022 fast doppelt so viel beheizt und weniger als 60 Prozent an Energie verbraucht als im Vorjahr“, freut sich Holger Sprenger.

„Der hohe Gasverbrauch im Leerstand der Gebäude, wenn die Räume ungenutzt sind, konnte dabei um über 70 Prozent reduziert werden.“

„Bei der Beschaffung der Komponenten bin ich zunächst von einer Einsparung von ca. 10.000 kWh pro Jahr ausgegangen, sodass wir die Kosten dafür in 2 bis 3 Jahren wieder hereingeholt hätten“, erinnert sich Sprenger.

„Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt und mit der Einsparung von über 25.000 kWh haben sich die Investitionen erfreulicherweise bereits in diesem Jahr amortisiert“, resümiert der Vorsitzende.

Klimaschutz Welda 2022

Die 1.500 Euro, die die Dorfgemeinschaft Welda Ende letzen Jahres von der Stadt Warburg mit dem Heimatpreis erhalten hat, wurden sinnvoll und nachhaltig für den örtlichen Klimaschutz und zur langfristigen Reduzierung von Treibhausgasen und den jährlichen Ausgaben eingesetzt.

Mit dem gesparten Erdgas könnte man beispielsweise 2 Reihenhäuser 1 Jahr lang beheizen.

Derartige Einsparpotentiale schlummern in vielen öffentlichen-, kommunalen- und Vereinsgebäuden.

Der mit 1.250 Euro dotierte Klimaschutzpreis ist eine Belohnung für Geleistetes, gleichzeitig ermöglicht das Preisgeld auch die Umsetzung künftiger Projekte.

 

Welda trägt zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei

Heimatpreis für Klimaschutz genutzt
Welda trägt mit Smart-Home zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei
Vorstand Dorfgemeinschaft Welda (©) Holger Sprenger

Vorstand Dorfgemeinschaft Welda – von links – Hubertus Kuhaupt, Hubert Ashauer, Thomas Multhaupt und Holger Sprenger

Der Betrieb und die Erhaltung der örtlichen Iberg-Halle und des Dorfgemeinschaftshauses von Welda sind naturgemäß auch mit erheblichen Energiekosten verbunden.

Eine von Holger Sprenger durchgeführte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Dorfgemeinschaft Welda hat ergeben, dass weit mehr als die Hälfte der Energiekosten im Leerstand der großen Gebäude verursacht wurden.

Daher sollte die Energiebilanz ermittelt und möglichst optimiert werden

Bei einer Reihenmessung der Verbrauchsdaten und der jeweiligen Außen- und Raumtemperaturen für die Energiebilanz fiel an kalten Tagen auf, dass Heizkörper warm waren, obwohl sie eigentlich im Frostschutzbetrieb hätten kalt sein müssen.

„Daraufhin wurde eine umfangreich Thermo- und Schwachstellanalyse der Gebäude durchgeführt, bei der jeder Raum und jeder einzelne Heizkörper mittels Infrarot Laser Technik mehrfach bei unterschiedlichen Außentemperaturen gemessen wurde“, erläutert Holger Sprenger.

Defekte Thermostatkoepfe (©) Holger Sprenger

Defekte Thermostatkoepfe

„Das Ergebnis der Analyse zeigte auf, dass 21 Heizkörper der Gebäude bzw. deren Thermostatköpfe nicht mehr zuverlässig ihre Funktion erfüllten“, berichtet der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. „Bei dem in 2013 umgebauten Dorfgemeinschaftshaus waren nach 8 Jahren bereits 5 Thermostatköpfe defekt.“

„Obwohl die Räume eine Temperatur von durchschnittlich 12 Grad Celsius aufwiesen, heizten die Heizkörper in Frostschutzstellung die ungenutzten Räume auf.“

Ein solcher Zustand führt unweigerlich zu hohem Energieverbrauch

Insbesondere dann, wenn bei Temperaturen unter 5 °C die Heizungsanlagen programmierte Heizkreisabschaltungen ignorieren und die angeschlossenen Pumpen die Heizkreisläufe mit heißem Wasser versorgen, um die Heizungsanlage und ihre Komponenten bei Frost vor dem einfrieren zu schützen.

Nach Auswertung der Wetterdaten der Wetterstation Warburg ist dies im vergangenen Jahr an über 100 Tagen der Fall gewesen.

„Im lauf der Jahre verlieren die Thermostatköpfe ihre Genauigkeit, ihre Schließkraft und Effizienz“, so Holger Sprenger.

„Dies führt dazu, dass der Heizkörper nach und nach erst bei höheren Temperaturen geschlossen wird. Im Frostschutzbetrieb schließt das gealterte Ventil dann nicht bei 6 °C sondern bspw. erst bei 15 °C.“

Im normalen Hausgebrauch fallen diese Verschleißerscheinungen allerdings kaum auf. Deshalb sollen Thermostatköpfe vorsorglich nach 15 Jahren ausgetauscht werden.

Elektronische Thermostatköpfe haben einen solchen Mechanismus nicht!

Bei diesen wird die Temperatur mit einem elektronischen Sensor erfühlt. Der eingebaute Stellmotor bewegt nach den Vorgaben direkt den Stößel, der daraufhin das Heizkörperventile öffnet oder schließt.

Nach den gesammelten Daten und Erkenntnissen wurden in Welda im ersten Schritt die Heizkörper der wenig genutzten Nebenräume gegen solch elektronische Thermostatköpfe ausgetauscht.

Im zweiten Schritt wurden die Heizkörper der anderen Räume der Gebäude gegen elektronische Thermostatköpfe mit digitaler DECT-Funkverbindung und Smart-Home Funktion ausgestattet.

Die oft genutzten Räume bekamen ein zusätzliches Raumthermostat und einen Aktivierungstaster, der ebenfalls über die digitale Funkverbindung mit dem Smart-Home System verbunden ist.

Die Heizkörper der einzelnen Räume wurden in dem Smart-Home System zu Heizgruppen zusammengefasst.

Dadurch lassen sich die einzelnen Räume jetzt je nach Bedarf Zeit- und Temperaturgenau beheizen und das völlig unabhängig von der jeweiligen Außentemperatur.

Zudem erkennen die neuen Thermostatköpfe wenn bspw. wegen Corona öfter gelüftet wird und schalten in dieser Zeit die Heizfunktion ab.

Welda-Smart-Home (©) Holger SprengerEnergiesparen schont nicht nur den Geldbeutel sondern auch die Umwelt und ist eine wichtige und effektive Maßnahme gegen den Klimawandel!

„Damit tragen wir in der Dorfgemeinschaft Welda nun aktiv und nachhaltig zur Reduzierung der  CO2-Emissionen bei und nutzen verantwortungsvoll die natürlichen Ressourcen“, resümiert der Vorsitzende.

Die so erreichte Reduzierung des Gasverbrauchs ist erheblich und führt voraussichtlich zu einer CO2 Reduktion von über 2 Tonnen pro Jahr.

Mit diesen Maßnahmen wurde der mit 1.500 Euro dotierte NRW Heimatpreis, den die Dorfgemeinschaft Welda im Dezember von der Stadt Warburg entgegennahm, sehr sinnvoll und nachhaltig für den örtlichen Klimaschutz eingesetzt.

Das neue Smart-Home System ermöglicht aber auch gleichzeitig mehr Komfort

Die Weldaer Kinder vom Adolph-Kolping-Kindergarten freuen sich, dass die Iberg-Halle jetzt immer pünktlich vorgewärmt ist, wenn sie mit ihren Turnstunden beginnen. Gleiches gilt für die Sport-, Gymnastik- und Präventionsgruppen, die für ihre sportlichen Aktivitäten das  Dorfgemeinschaftshaus von Welda nutzen.

 

Hintergrundinformationen zu der Analyse und den Maßnahmen gibt es hier:

Klimaschutz Dorfgemeinschaft Welda

 

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