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Heinz Marquardt
Artikel und Informationen aus Welda

Rentner AG Welda im Einsatz in der Iberg-Halle

Am Mittwoch, den 11. Februar 2026 standen umfangreiche Montagearbeiten von Schränken, Tischen, der Umbau vom Kühlschrank sowie Aufräum- und Reinigungsarbeiten in der Iberg-Halle auf dem Einsatzplan.

Bereits im vergangenen März hatte die Rentner AG die Dorfgemeinschaft bei den Umbauarbeiten unterstützt und mit den Räumungsarbeiten begonnen. Im April wurde die alte Küche demontiert und in Folge in der Küche neue Kabel verlegt und Steckdosen ausgetauscht. Die Küche und die Wandschränke wurden gereinigt und mehrfach gestrichen. Zudem wurden noch neue Beschläge an der Durchreiche und neue LED Deckenleuchten montiert und viele andere Arbeiten in Eigenleistung verrichtet.

Der Umbau ist nun fast abgeschlossen, der Mehrzweckraum ist ebenfalls fast fertig und die neue Einbauküche wurde bereits eingebaut.
„Nur mit dem Engagement und der Eigenleistung der Weldaer Rentner AG konnte der Umbau der Iberg-Halle überhaupt gestemmt werden“, betont Holger Sprenger Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Welda.

Rentner AG Welda im Einsatz (©) Holger Sprenger

Die Rentner AG Welda nach getaner Arbeit im neuen Mehrzweckraum der Iberg-Halle

Vielen Dank für die Unterstützung und die gute Arbeit der fleißigen Helfer der Rentner AG!

 

Helferabend für die Rentner AG Welda

Ein Helferabend als Dankeschön für die intensive und arbeitsreiche Unterstützung, insbesondere der vielen erbrachten Eigenleistungsstunden beim Umbau und der Renovierung der Iberg-Halle zum Mehrgenerationentreffpunkt.

In Absprache mit Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt hatte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Welda, Holger Sprenger die fleißigen Helfer der örtlichen Rentner AG am Samstag den 17. Oktober in das Gasthaus „Zum Treppchen“ eingeladen.

Holger Sprenger, Ulrich Kuhaupt, Ewald Wennekamp, Heinz Marquardt, Franz Petry, Oswald Blömeke, Dieter Dewenter, Johannes Multhaupt, Alexander Winkler, Friedhelm Koch, Walter Göbel, Otto Flaskamp, Walter Gutzeit und Peter Martin. (©) Holger Sprenger

(Von links:) Holger Sprenger, Ulrich Kuhaupt, Ewald Wennekamp, Heinz Marquardt, Franz Petry, Oswald Blömeke, Dieter Dewenter, Johannes Multhaupt, Alexander Winkler, Friedhelm Koch, Walter Göbel, Otto Flaskamp, Walter Gutzeit und Peter Martin.

Zahlreiche Helfer waren der Einladung mit ihren Partnerinnen gefolgt.
Zunächst begrüßte der Vorsitzende die Anwesenden und bedankte sich für die gute Arbeit und die Unterstützung der Dorfgemeinschaft, ohne die viele Projekte nicht hätten umgesetzt werden können.

Anschließend genossen die Gäste einen gemütlichen und verdienten Helferabend in geselliger Runde mit leckeren Frikadellen, Kartoffelsalat und Getränken.

Rentner AG Welda erhält Westenergie Klimaschutzpreis

Mit ihrem Projekt „im Einsatz für Flora und Fauna“ wurde die Rentner-AG Welda mit dem Westenergie Klimaschutzpreises 2024 der Stadt Warburg ausgezeichnet.

Die Übergabe des Preises erfolgte am Freitag, den 6. Dezember im Beisein der Klimaschutzbeauftragen Stefanie Hüser-Dierkes, Bürgermeister Tobias Scherf, Thorsten Hildebrandt von Westenergie und Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt.

Klimaschutzpreis Rentner-AG Welda 2024 (©) Holger Sprenger

(Von Links:) Stefanie Hüser-Dierkes, Walter Gutzeit, Tobias Scherf, Peter Martin, Thorsten Hildebrandt, Ewald Wennekamp, Otto Flaskamp, Heinz Marquardt, Alexander Winkler, Franz Petry, Friedhelm Koch, Oswald Blömeke, Johannes Multhaupt, Hubertus Kuhaupt und Holger Sprenger.

Neben dem beschneiden der Bäume, der Unterhaltung der Wege und Verweilbänke in Park und Natur, hat die örtliche Rentner-AG die Reaktivierung des Mühlrades der „alten Mühle am Hörler Bach“ wie auch die Herstellung der Verweilplätze am örtlichen Radweg und dem Bouleplatz vorangetrieben und ermöglicht.

Zu dem Einsatz für Flora und Fauna haben die fleißigen Helfer der Weldaer „Rentner-AG“ bei ihren Arbeitseinsätzen neue Vogelnistkästen gebaut.  Die Männer trafen sich dazu in der Tischlerwerkstatt Flaskamp im Fahrweg.

Rentner AG Welda im Einsatz (©) Holger Sprenger

Schreinermeister und Sprecher der Rentner-AG, Otto Flaskamp hatte das Holz zugeschnitten und die Helfer konnten mit handwerklichem Geschick über 20 neue Nistkästen anfertigen. Die wurden im Anschluss aufgehängt, dabei wurden auch Altbestände kontrolliert und gesäubert.

(Von Links:) Heinz Marquardt, Dieter Dewenter, Holger Sprenger, Otto Flaskamp, Friedhelm Koch, Franz Petry, Hans Bodemann, Oswald Blömeke, Alexander Winkler, Peter Martin und Hubertus Kuhaupt.

Klimaschutzpreis 2024Des Weiteren wurden von der „Rentner AG“ neue Ansitzstangen für Greifvögel, sogenannte Julen / Sitzkrücken, angefertigt und in der Weldaer Gemarkung aufgestellt.

Auch die Unterhaltung und Kontrolle der Nistkästen und Julen / Sitzkrücken wird von der Rentner-AG durchgeführt.

Der mit 500 € dotierte dritte Platz des Westenergie Klimaschutzpreises der Stadt Warburg ist eine Auszeichnung und toller Erfolg für unsere Rentner-AG.

 

Veröffentlichung der Weldaer Geschichte abgeschlossen – ein Dank an die Ortsheimatpflege

Mit der Veröffentlichung der Weldaer Chroniken, den Heimatblättern und dem Buch „Welda – ein Dorf zwischen Adel und Kirche “ von Bruno Hake, sowie den Weldaer Chroniken ab 2001 von Hans Bodemann, konnte die Veröffentlichung der Weldaer Geschichte nun nach 4 Jahren und unzähligen ehrenamtlichen Stunden abgeschlossen werden.

1984 übernahm Bruno Hake das Ehrenamt des Ortsheimatpflegers von Welda und verschrieb sich über zwei Jahrzehnte lang der historischen Aufarbeitung der komplexen Weldaer und Warburger Geschichte.

Bruno Hake

Bruno Hake

Mit Leidenschaft und Engagement widmete er sich den Kirchen- und Schulchroniken und durchforstete die Stadt- und Staatsarchive von Warburg bis hin nach Paderborn, Münster, Marburg und weiter entfernten Orten.

Er transkribierte die alten Schriften und fügte immer wieder neue Funde chronologisch in die stetig anwachsende Weldaer Geschichte hinein.

Er entwarf das Weldaer Wappen und brachte u.a. die Weldaer Heimatblätter, die Ortssippenbücher und das Buch „Welda – ein Dorf zwischen Adel und Kirche“ heraus um vor allem der Bevölkerung von Welda damit die Geschichte unseres schönen Twistedorfes nahe bringen.

 

Ortsvorsteher Hans Bodemann wurde für besondere Verdienste um die Allgemeinheit und jahrzehntelanges, ehrenamtliches Engagement im Jahre 2002 durch den Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen, welches ihm Landrat Hubertus Backhaus im Warburger Rathaus feierlich überrechte.

v. links Gertrud Bodemann; Hans Bodemann; Hubertus Backhaus; Manfrred Wengler

v. links Gertrud Bodemann; Hans Bodemann; Hubertus Backhaus; Manfrred Wengler

Er arbeitete in einer Vielzahl von Ausschüssen und Gremien mit und hat als Ortsvorsteher Welda wesentlich mitgeprägt und zahlreiche Projekte vorangetrieben.

Die Sanierung der Kanalisation mit Errichtung der Pumpstation, Anschluss an die Gasversorgung, Dorferneuerung, Ausbau der Landstraße 552 mit Anlage eines Radweges, Ausbau der Ortsdurchfahrt (Kreisstraße), Ausbau der ehemaligen Bahntrasse zum Radweg nach Warburg, Sanierung der Iberghalle mit Bühnenanbau und vieles mehr.

Hans Bodemann gründete und leitete die Jungkolpinggruppe und war Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Hier hat er sich vor allem um den Umbau der Alten Mühle zum Adolph-Kolping-Kindergarten große Verdienste erworben.
1995 gründete Hans Bodemann den Förderverein Iberg-Halle, die Gemeinschaft der Weldaer Vereine, die heutige Dorfgemeinschaft Welda und übernahm deren Vorsitz.

Als Hans Bodemann im Jahr 2004 nach 29 jähriger Tätigkeit den Stab des Ortsvorstehers an Hubertus Kuhaupt weitergab, übernahm er das Amt des Ortsheimatpflegers von Welda, welches zuvor Bruno Hake inne hatte.

Gemeinsam gründete er mit Franz Bodemann, Heinz Marquardt und Franz Petry in 2005 eine Arbeitsgruppe, die zukünftig vielfältige Aufgaben rund um das Thema Ortsheimatpflege übernahm.

Über viele Jahre trafen sie sich regelmäßig, um die zahlreichen Urkunden, Dokumente, Schriften und Fotos zu sortieren, zu digitalisieren und so zu archivieren, dass sie bei Bedarf schnell auffindbar zur Verfügung stehen. So entstand in der Iberg-Halle das heutige Dorf Archiv mit unschätzbarem historischem Wert für unsere Ortschaft.

Die Arbeitsgruppe sammelt auch weiterhin Dokumente und Zeugnisse aus der Gegenwart und Hans Bodemann führte die Ortschronik ab 2001 weiter.

Im Jahr 2007 initiierte die Arbeitsgruppe Ortsheimatpflege auch die Ausschilderung unserer örtlichen Wanderwege und erstellte eine Wanderkarte, um die schöne Weldaer Landschaft mit ihren Naturschutzgebieten und Sehenswürdigkeiten für Spaziergänger und Wanderer zu erschließen.

Auch den Weldaer Heimatkalender mit schönen Motiven unseres Ortes bringt die Arbeitsgruppe seitdem jedes Jahr heraus.

2016 wurde Hans Bodemann nach 60 jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit von Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt, im Beisein von Bürgermeister Michael Stickeln (unserem heutigen Landrat), sowie Heinz Marquardt, Franz Petry und Stadtheimatpfleger Ulrich Nolte verabschiedet.

von links: Heinz Marquardt, Michael Stickeln, Hans Bodemann, Hubertus Kuhaupt, Franz Petry und Ulrich Nolte

von links: Heinz Marquardt, Michael Stickeln, Hans Bodemann, Hubertus Kuhaupt, Franz Petry und Ulrich Nolte

Durch die beeindruckende Chronik, die mit der erstmaligen Erwähnung des Dorfes Welda im Jahr 836 beginnt und bis in die Gegenwart führt, wurde die Arbeit der Chronisten unzähliger Generationen zusammengetragen und digitalisiert.

Vorgenanntes jahrelanges ehrenamtliches Engagement machte es Holger Sprenger von der Dorfgemeinschaft Welda möglich, die mittlerweile 1.188-jährige umfassende Weldaer Dorfhistorie, bestehend aus über 1.400 DIN-A4-Seiten voller historischer Fotos, Urkunden und Informationen für das Internet aufzubereiten und von 2020 bis 2024 nach und nach zu veröffentlichen.
Zuvor waren diese Informationen nur einem kleinen Kreis zugänglich, jetzt sind sie für alle weltweit abrufbar.

Die Entstehung unseres Dorfes, des dörflichen Lebens und die daraus entstandene heutige Identität von Welda und seiner bürgerlichen Gesellschaft bleibt damit erhalten und kann zukünftigen Generationen digital vermittelt werden.

Die Hansestadt Warburg zeichnete unser Engagement für den Erhalt und der Sichtbarmachung unseres reichhaltigen kulturellen Erbes, der ein Baustein unserer Initiative „Welda verbindet“ ist mit dem NRW Heimat-Preis aus.

Unser Dank und Anerkennung gilt Bruno Hake, Hans Bodemann, Franz Bodemann, Franz Petry und Heinz Marquardt als engagierte der Ortsheimatpflege von Welda.

Unser besonderer Dank für die freundliche Überlassung des Archivs von Bruno Hake und der Genehmigung zur Veröffentlichung seines Buches, seiner Schriften und der Weldaer Heimatblätter gilt seinen Töchtern Regina Senftner aus Welda, Hildegard Peters aus Warburg und Rosemarie Kramel aus Volkmarsen.

 

Holger Sprenger

Vorsitzender Dorfgemeinschaft Welda

Die „Alte Mühle“ am Hörler Bach in Welda

Die „Alte Mühle“ am Hörler Bach in Welda

 

Die Alte Mühle am Hörler Bach (©) Holger Sprenger

Die Alte Mühle am Hörler Bach in Welda

In Urkunden und Abschriften ist die Errichtung der „Alten Mühle“ am Hörler Bach in Welda durch die Familie von Haxthausen im Jahr 1486 erstmals erwähnt.

Das oberschlächtige Wasserrad mit großer Leistungsfähigkeit wird von oben über einen Zulauftrog mit Wasser beaufschlagt.

Das älteste, eingeschossige Fachwerkgebäude mit Mühlrad und Mansardendach steht auf einem hohen Bruchsteinsockel. Die beiden Anbauten unter Satteldächern sind Anfang des 20. Jahrhundert einzustufen.

Zeichnung der historischen Alten Mühle von Welda

Zeichnung der historischen Alten Mühle von Welda

1486 ließ Gottschalk von Haxthausen die Mühle am Hörler Bach als zweite Mühle, die in Welda als Mahlmühle diente, neben einer bereits bestehenden Mühle an der Twiste errichten.

1768 starben die von Haxthausen im Mannesstamme aus. Wilhelmine von Haxthausen heiratete 1788 den Freiherrn Georg von Brackel. Seitdem wurde die Mühle, als die von Brackel’sche Mühle bezeichnet.

1903 kaufte die Gemeindeverwaltung die Mühle von Baron von Brakel für 7.700 Mark, um sie für die örtliche Wasserversorgung zu einem Pumpwerk umzurüsten.

In den Kauf eingeschlossen waren auch die Fischteiche nebst den anliegenden Gärten.

Für den Ankauf der von Brackel’schen Mühle wurde damals ein Kredit von 8 000,- Mark bei der Kreissparkasse Warburg aufgenommen.

Die Alte Mühle sichert als Pumpstation die örtliche Wasserversorgung

So wurde in Welda endlich eine Wasserleitung gebaut, durch die die vielen Einzelbrunnen im Dorf entbehrlich wurden. Verunreinigte Brunnen waren immer wieder Ursache für seuchenartige Krankheiten gewesen.

Zu dieser Zeit gab es in Welda noch keinen Strom!

Die günstige Lage der alten Mühle machte es möglich, das Dorf mit Trinkwasser zu versorgen, ohne für den Transport elektrische Energie zu benutzen.

Im Januar 1905 begann der Bau der Wasserleitung.

Am 26. April 1905 konnte sie in Betrieb genommen werden.

Pumpstation Welda (©) Holger Sprenger

Die Pumpstation von Welda

Dadurch, dass die einzelnen Hausanschlüsse von der Gemeindekasse übernommen wurden (vom Hauptrohr bis zum Absperrhahn im Haus) haben auch alle Häuser in Welda einen kostengünstigen Wasseranschluss erhalten. Zusätzlich sind für den Einsatz der örtlichen Feuerwehr 20 Hydranten im Leitungsnetz angelegt worden.

Mit natürlichem Gefälle lief das Wasser von den Sieben Quellen unterhalb der Ibänke an der Hörler Straße durch eine Rohrleitung im Hörler Bach in die Zisterne an der Nordseite hinter der Mühle. Von dort wurde es in den Hochbehälter am Iberg gepumpt.

Die Pumparbeit verrichtete eine Pumpe, die durch das Mühlrad angetrieben wurde.

Die Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt von 1958 (©) Holger Sprenger

Die Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt

Eine Zeit lang musste der Mühlenpächter für die Mühle keine Miete zahlen. Dafür musste er der Gemeinde das Wasser unentgeltlich liefern, die Mühle instandhalten und den Fischteich kostenlos beaufsichtigen.

Bis 1950 war Karl Scheele über 40 Jahre lang Mühlenpächter in Welda.

1951 wurde die Miete für die Wohnung auf monatlich 20,00 DM und für die Mühle auf 5,00 DM festgesetzt. Für das Wasserpumpen zahlte die Gemeinde dem neuen Pächter August Temme 2,5 Pfennig je Kubikmeter gelieferten Wassers.

1958 wurde eine neue Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt angeschafft und die Wanne vor dem Wasserrad wurde erneuert.

Dachsanierung 1952

Dachsanierung 1952

Bis zum Bau des Wasserbehälters auf dem Hoppenberg im Jahr 1962 war die alte Mühle für die örtliche Wasserversorgung von großer Bedeutung.

1952 wurde der Anbau der Mühle zu Wohnzwecken umgebaut.

1956 wurde das Dach der alten Mühle erneuert.

1961 wurde ein neuer Satz Ventile für die Pumpe angeschafft.

 

Nach jahrelangem Leerstand begannen 1989 die Renovierungsarbeiten der Mühle.

1991 wurde die Fassade aufwändig restauriert.

Fassadenrenovierung 1991

Fassadenrenovierung 1991

Neues Mühlrad wird technisches Denkmal

1992 wurde als Ersatz für den durchgerosteten Vorgänger ein neues Mühlrad angeschafft und am 16.05.1992 feierlich in Betrieb genommen.

Unterstützt wurde die Beschaffung vom Amt für Agrarordnung und vom Denkmalamt Münster, welches das Mühlrad zum technischen Denkmal erklärte.

Einweihung des neuen Mühlrades - Welda 16.05.1992

Einweihung des neuen Mühlrades – Welda 16.05.1992

Das Mühlrad hat einen Durchmesser von 424 cm, 48 Schaufeln und beidseitig 6 hölzerne Speichen aus druckimprägniertem Bongossiholz.

Die Kosten beliefen sich auf 44.000 DM.

In der Mühle entsteht ein Kindergarten

Im August 1993 begannen die Umbauarbeiten der Mühle zu einem Kindergarten.

Eröffnung Kindergarten Welda am 31.07.1994

Eröffnung Kindergarten Welda

Am 31.07.1994 wurde der Adolph Kolping Kindergarten durch Ortsvorsteher Hans Bodemann eröffnet und konnte eingeweiht werden.

Die Ökumenische Weihe und Einsegnung zelebrierten gemeinsam Kolping-Diözesanpräses Alois Schröder aus Paderborn und  Weldas Pastor Franz Thiemann.

Mit Landesmitteln in Höhe von DM 341 000 DM entstanden so die ersten 25 Kindergartenplätze in Welda.

Adolph-Kolping-Kindergarten Welda (©) Holger Sprenger

Adolph-Kolping-Kindergarten Welda

An dem idyllischen und historischen Ort entstand der wohl romantischste Kindergarten im Warburger Land.

Seit 1995 ist die Alte Mühle auch Treffpunkt für die freiwilligen Helfer aus Welda, die im Ort Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen durchführen.

Hans & Franz Bodemann in der Heimatstube

Hans & Franz Bodemann in der Heimatstube

Heimatstube in der Mühle

Zudem wurden mit 900 Stunden Eigenleistung im Dachgeschoss der alten Mühle ein Intensivraum für den Kindergarten und ein Raum für eine Heimatstube ausgebaut, die 1996 eröffnet wurde.

Dort lagern viele Gegenstände, gesammelt und archiviert von den Brüdern Hans & Franz Bodemann, die das Leben in Welda in den vergangenen Generationen dokumentieren.

Die Alte Mühle von Welda erzeugt Ökostrom
Generator der Firma Schorch (©) Holger Sprenger

Generator der Firma Schorch

Bereits 1998 hatte der Weldaer Ortsbeirat die Weichen für regenerative Energien gestellt, die das Mühlrad der Alten Mühle erzeugen sollte.

Ebenso wurden Fördermittel beantragt. Man ging davon aus, dass jährlich etwa 26.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden können.

Das Projekt zog sich dann allerdings doch länger hin.

In 2003 wurde in der Mühle endlich ein 5,0 KW Generator installiert, die Alte Mühle ging ans Netz und das Mühlrad wurde zur Stromerzeugung genutzt.

Dazu kamen noch hohe Investitionen für 2 neue Stehlager für die Radwelle, für einen Schaltschrank und eine Getriebereparatur, sowie einen neuen Netzanschluss.

49 Prozent der förderfähigen Kosten wurden damals auf Antrag von der Stadt Warburg und dem Land NRW übernommen. 51 Prozent finanzierte die Dorfgemeinschaft selbst mit einem entsprechenden Kredit.

Klimaschutzpreis 2007 für Welda
Vl. OV Hubertus Kuhaupt, Klaus Viktor und Hans Bodemann

(Von links) Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt, Klaus Viktor und Hans Bodemann

Am 09.01.2008 wurde die Dorfgemeinschaft Welda für die umfangreiche Renovierung der Mühle und Umnutzung der technischen Möglichkeiten für die mit dem Mühlrad erzeugte erneuerbare Energie mit dem Klimaschutzpreis 2007 der Stadt Warburg und RWE ausgezeichnet.

Die Urkunde nahmen Hans Bodemann, der das Projekt 1998 anschob,  der technische Leiter Klaus Viktor und der seit 2004 amtierende Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt entgegen.

Bedingt durch die immer weiter sinkende Wasserzulaufmenge des Hörler Bachs, sank allerdings auch mit den Jahren der durch das Mühlrad erzeugte Strom.

Getriebe ZTLW 320 Firma Flender Bocholt (©) Holger Sprenger

Getriebe ZTLW 320 der Firma Flender Bocholt

Die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten des Mühlrades mit dem durch Keilriemen angetriebenen Generator überstiegen schließlich die Einspeisevergütung für den jahrelang nachhaltig produzierten Strom.

Nachdem durch einen Defekt und Undichtigkeiten an dem alten Getriebe ZTLW 320 der Firma Flender aus Bocholt aus 1932 auch noch permanent Öl austrat, wurde das Mühlrad 2015 angehalten und bedauerlicherweise stillgelegt.

Die Reaktivierung des Mühlrades

2022 ergriff die Dorfgemeinschaft Welda die Initiative, das Mühlrad der alten Mühle zu reaktivieren und wieder in Betrieb zu nehmen.

Nach einer Bestandsaufnahmen der örtlichen Gegebenheiten, sowie  Zustand von Mühlrad und Getriebe erarbeitete der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Holger Sprenger ein Konzept zur Reaktivierung und stellte in Absprache mit Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt und der Stadt Warburg einen Antrag beim NRW Förderprogramm Heimatscheck.

Nachdem der Antrag bewilligt und der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold am 29. April 2022 eintraf, konnte es endlich losgehen.

Mit ehrenamtlichem Engagement, viel Eigenleistung und öffentlichen Mitteln in Höhe von 2.000 Euro aus dem NRW Heimatscheck konnte dieses Vorhaben in 2022 erfolgreich umgesetzt werden.

Das Getriebe wurde durch die Weldaer Rentner AG in Eigenleistung repariert und abgedichtet.

Diese Arbeitsgruppe aus Ruheständlern wurde 2005 von Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt ins Leben gerufen und sollte eigentlich bei Bedarf zwanglos kleinere Arbeiten in der Gemeinde ausführen, damit der Ort in seiner Schönheit und in einem gepflegten Zustand erhalten werden kann.

Mittlerweile übernimmt die örtliche Rentner AG allerdings so viele Aufgaben in Welda, dass sie nicht mehr wegzudenken ist.

Auch Hubertus Kuhaupt ließ es sich nicht nehmen tatkräftig mit anzupacken.

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe (©) Holger Sprenger

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe

Sieht man sich das riesige Getriebe im Antriebsraum der Alten Mühle, ist man überrascht über Ausmaß und Dimensionen.

Aber das behäbig wirkende Mühlrad der Alten Mühle hat es in sich.

Ein Blick in das offene Getriebe (©) Holger Sprenger

Ein Blick in das offene Getriebe

Das Mühlrad wurde mechanisch von den jahrelangen Anhaftungen und Verkrustungen befreit und anschließend noch mittels Hochdruckreiniger gereinigt.

Holger Sprenger am Mühlrad der Alten Mühle von Welda

Holger Sprenger bei der Reinigung vom Mühlrad der Alten Mühle

Auch der Wasserzulauftrog wurde sorgfältig gereinigt und die alte Einlaufklappe und das Gestänge, an dem sich immer wieder Äste verfingen, wurden entfernt.

Die nicht richtig abdichtende alte Klappe hatte zudem durch das stetig durch sickernde Wasser immer wieder unkontrollierte Bewegungen des Mühlrades verursacht.

Oswald Blömeke im Zulauftrog bei der Demontage der alten Klappe (©) Holger Sprenger

Oswald Blömeke im Zulauftrog bei der Demontage der alten Klappe

Die Bremse an der Achse des Mühlrades wurde gelöst und die Stehlager neu gefettet.

Der Wassereinlauf auf das Mühlrad wurden so modifiziert, dass die Wassermenge begrenzt werden kann und sich das Mühlrad in der vorgesehenen Geschwindigkeit dreht.

Die technikbegeisterten Tüftler Oswald Blömeke und Holger Sprenger, beides gelernte Mechaniker mit zusammen über 8 Jahrzehnten Erfahrung mit Getrieben und Antrieben, haben auch gemeinsam den Einlauf modifiziert.

Oswald Blömeke und Holger Sprenger (©) Holger Sprenger

(Von Links) Oswald Blömeke und Holger Sprenger mit den neuen Komponenten

Mit dem mit 2 großen Bohrungen versehenen neuen Edelstahlblech und den 4 selbst angefertigten Distanzringen, die zusätzlich mit Epoxidharz vergossen wurden, lassen sich jetzt je nach Bedarf 8 unterschiedliche Durchflussmengen realisieren, die auf das Mühlrad fließen und es zum drehen bringen.

Der neue Wassereinlauf (©) Holger Sprenger

Der neue Wassereinlauf

Zum kontrollierten Abstellen des Mühlrades dienen zwei mit Epoxidharz gefüllte Verschlusstopfen, die zum schnellen Einsatz in einem Behälter direkt am Zulauftrog lagern.

Alle sind begeistert von der Technik und den Fähigkeiten, wie man sich bereits im Mittelalter regenerative Energien zu Nutze gemacht hat

Die Kräfte, die das behäbig wirkende Mühlrad der Alten Mühle entfaltet sind gewaltig.

Wenn sich die großvolumigen über 30 Liter fassenden Schaufeln mit Wasser füllen und das Mühlrad sich dreht, bringt es wesentlich mehr Drehmoment auf, wie der 1.500 PS starke 12 Zylinder Bi-Turbo-Motor des 60 Tonnen schweren Kampfpanzers Leopard II.

Mit solchen Kräften muss man mit Bedacht und respektvoll umgehen.

Der neue Zaun am Mühlrad (©) Holger Sprenger

Der neue Zaun am Mühlrad

Da sich der Kindergarten in der Alten Mühle befindet, erhielt der Dreh- und Absturzbereich an der Stützmauer des Mühlrades zur Absicherung noch zusätzlich einen hohen Doppelstabmattenzaun.

Das Dorfarchiv, die Weldaer Chroniken, Heimatblätter und die alten Berichte der Dorfgemeinschaft, sowie deren Vorgängerin, die Gemeinschaft der Weldaer Vereine wurden nach Informationen über die Alte Mühle durchforstet, um die umfangreiche Historie der Mühle, deren Entwicklung und die Bedeutung für das Leben in Welda erstellen und für alle zugänglich machen zu können.

Zum Abschluss des Projektes wurde von der Rentner AG an der Ostseite der Mühle  noch eine Informationswand mit der Historie und Fotos der Alten Mühle am Hörler Bach angefertigt und aufgestellt.

Zudem wurde noch ein Video vom Mühlrad und der Mühle erstellt und mit der umfangreichen Historie auf die Homepage gestellt.

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle - von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch (©) Holger Sprenger

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle – von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch

Auch am Ortseingang von Welda wurden am Radweg R2 Informationsschilder angefertigt und aufgestellt, die u.a. auf die historische „Alte Mühle von Welda“ hinweisen.

Mittels dem abgebildeten QR-Code findet man jetzt leicht und schnell den Weg zur Mühle.

Rentner AG Welda beim Informations- und Hinweisschild am Radweg (©) Holger Sprenger

(Die Rentner AG Welda am Infoschild am Radweg – von links) Peter Martin, Ewald Wennekamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Dieter Dewenter, Walter Gutzeit, Heinz Marquardt, Otto Flaskamp, Friedhelm Koch und Holger Sprenger

Das historische Mühlrad der Alten Mühle am Hörler Bach, welches seit 1486 einen Mahlstein und später zudem noch eine Säge antrieb, ab Beginn des 20. Jahrhunderts die örtliche Wasserversorgung von Welda sicher stellte und ab 2003 mit erneuerbaren Energien Strom erzeugte, dreht sich nun zur Freude der Weldaer Bürgerinnen und Bürger wieder.

Vielen Dank an die fleißigen Helfer der Rentner AG aus Welda und die Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Warburg.

 

Holger Sprenger
Dorfgemeinschaft Welda e.V.
Im Dezember 2022

 

Neuer verstellbarer Wehrverschluss am Stauwehr des Hörler Bachs

Mai 2023 Das Team für Metall und Technik in der Rentner-AG, Oswald Blömeke und Holger Sprenger, haben das neue Gestell mit der Spindel am kleinen Stauwehr im Hörler Bach zur besseren Regulierung des Mühlengrabens installiert.

Schreinermeister Otto Flaskamp hatte für das Stauwehr noch einen neuen Wehrverschluss aus Eichenholz angefertigt.

Mit der Spindel und dem neuen Wehrverschluss kann die Wasserzufuhr zum Mühlrad der Alten Mühle und den Teichen des Anglervereins nun stufenlos reguliert werden.

 

Die Historie als PDF anschauen oder herunterladen:

Die Historie der Alten Mühle am Hörler Bach in Welda

 

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