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Dorffest – Vorbereitungen – Spendenaktion

Am heutigen außerplanmäßigen Einsatz unserer Rentner AG, wurde das Gelände rund um Iberg-Halle und Dorfgemeinschaftshaus für das anstehende Dorffest in Schuss gebracht.

Äste und Rasenreste wurden entfernt, Wege und Umfeld gereinigt. Der Rasen wurde nochmal gemäht, Bänke gestrichen und die Flechten an den Giebeln der Gebäude behandelt.

Auch ein neues Schild mit den Pétanque Regeln für den Boule Platz wurde aufgestellt.

Holger Sprenger, Walter Göbel, Oswald Blömeke, Otto Flaskamp, Dieter Dewenter, Walter Gutzeit, Franz Petry und Peter Martin (©) Holger Sprenger

(von links) Holger Sprenger, Walter Göbel, Oswald Blömeke, Otto Flaskamp, Dieter Dewenter, Walter Gutzeit, Franz Petry und Peter Martin

Hallenwart Jürgen Lange hatte sich bereit erklärt, sich um das Boulespiel, den Wettbewerb und die Gruppen zu kümmern. Mit den umfassenden Pétanque Regeln für den Boule Platz hatte er sich auch bereits befasst. Damit auch jeder weiß, wie es richtig geht, fehlte noch ein Schild mit den Regeln am Bouleplatz.

Und wie das so in Welda geht, wird mit angepackt und viele waren sofort bereit, das Projekt auch finanziell zu unterstützen.

Schreinermeister Otto Flaskamp fertigte die Unterkonstruktion für das Schild an und Dorfgemeinschaftsvorsitzender Holger Sprenger sammelte die Spendengelder ein und gab das Schild mit den Regeln in Druck.

So wurden Schild und Konstruktion bei der Spendenaktion durch private Spenden von Bürgerinnen und Bürgern aus Welda finanziert.

Vielen herzlichen Dank dafür!

Somit können die Einweihung und der Wettbewerb am Boule Platz planmäßig zum Dorffest stattfinden.

Welda Spender Schild Boulebahn (©) Holger Sprenger

Die Rentner AG Welda im Einsatz für das Dorffest

Vielen Dank für die gute Arbeit!

Einladung zum Dorffest in Welda am 9. Mai 2024

Einweihung von Multifunktionsspielfeld und Boulebahn

Liebe Weldaer Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Hiermit möchte ich Sie im Namen der Dorfgemeinschaft und Gemeinschaft der Weldaer Vereine ganz herzlich zu unserem diesjährigen Dorffest an Chr. Himmelfahrt, den 9. Mai einladen.

Dorffest in Welda 2024 (©) Holger Sprenger

Lassen Sie uns gemeinsam wieder ein paar schöne Stunden in Welda verbringen.

Wir freuen uns auch unsere Neubürgerinnen und Neubürger kennenzulernen.

Spiel, Spaß und Unterhaltung für Jung und Alt, sowie eine Hüpfburg, Kinderkönigsschießen, Kaffee, Kuchen, Grillwürstchen und gekühlte Getränke erwarten Sie ab 14:00 Uhr auf dem Gelände rund um unsere Iberg-Halle.

Auch das neue Multifunktionsspielfeld und die Boulebahn sollen bei unserem Dorffest eingeweiht werden.

Die Festrede dazu wird Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt halten.

Genießen sie diesen Tag und unser Dorffest mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten.

Programm:

Ab 14:00 Uhr: Kaffee & Kuchen – Spiel, Spaß & Unterhaltung

Ab 14:30 Uhr: Einweihung von Multifunktionsspielfeld und Boulebahn

Ab 15:00 Uhr: Kinderkönigsschießen

Ab 16:30 Uhr: Grillwürstchen mit Brötchen

Dorffest in Welda (©) Holger Sprenger

Vielfältige Vereine und Gruppen sind in unserem Dorf aktiv und gestalten das gesellschaftliche, kirchliche und soziale Leben in Welda. Sie alle bilden mit ihrem Engagement eine wichtige Säule und sind die Lebensader der Dorfgemeinschaft.

Die entsprechenden Programme entnehmen sie bitte den Plakaten und Aushängen  im Ort, sowie unserer Homepage www.welda.de.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit den Verantwortlichen auf oder besuchen Sie einfach die abwechslungsreichen Veranstaltungen unserer Vereine und Gruppen.

Herzliche Grüße
Holger Sprenger
Dorfgemeinschaft Welda

Welda Ansprechpartner Vereine und Gruppen 2024

Das erste Motorrad in Welda

Kürzlich erreichte mich eine E-Mail von Stephan Schmidt, dem Enkel von Hermann Ashauer, der früher auch in Welda beheimatet war.

Er hatte seinem Enkel einmal offeriert, dass er das erste Motorrad in Welda besessen hatte.

Bei der E-Mail waren auch 3 Fotos von Opa Hermann dabei:

– Hermann Ashauer mit seiner Frau Maria auf seinem Motorrad

– Das Haus Ashauer in Welda

– Der Führerschein.

NSU / D Rad ZD201 Pony

Hermann und Maria Ashauer 1938 auf der NSU / D Rad ZD 201 Pony

 

Das Haus Ashauer Fahrweg Nr. 28 in Welda

 

Der Führerschein von Hermann Ashauer aus 1938

Auf der Suche in unserem Dorfarchiv und den Schriften von unseren früheren Ortsheimatpflegern Bruno Hake, Hans Bodemann und der Ortsheimatpflege AG Welda mit Franz Petry und Heinz Marquardt fand ich folgende Informationen und ein paar dazugehörige Fotos:

Das Haus Ashauer befand sich damals im Fahrweg Nr. 28.

Erbaut wurde es in 1830 von  Franz Joseph Wüllrich.

Bewohner waren später Hermann und August Ashauer.

August Ashauer erhielt 1908 die Baugenehmigung zur Errichtung einer Feldscheune an der alten Warburger Straße 25.

Knapp 7 Jahrzehnte später erwarb der DRK-Kreisverband „Ashauers Scheune“, die ab 01.01.1977 nach mehrmaligen Umbauten als Unterkunft und Ausbildungsraum für das Deutsche rote Kreuz diente.

Nach Beendigung der DRK Aktivitäten in Welda erwarben Andreas und Jendrik Becker die Scheune mit Unterkunft. Im vergangenen Jahr fand in der jetzigen „Beckers Scheune“ die erste Königsproklamation des Königs von 2023, Christopher Lücke vom Heimatschutzverein Welda statt.

1964 verließen August und Rudolf das Haus Ashauer im Fahrweg, bauten im Laukerweg einen Aussiedlerhof und siedelten aus.

Das Haus Ashauer wurde 1970 abgerissen. Den Auftrag zum Abbruch des Hauses Ashauer erhielt damals die Firma R. Kniewel aus Volkmarsen.

Ein Bild aus unserem Dorfarchiv zeigt die Dorfkinder von Welda vor den Häusern im Fahrweg im Jahr 1927. Das Foto wurde von der ehemaligen Bäckerei Hillebrand aus  aufgenommen

Die Dorfinder von Welda vor den Häusern im Fahrweg im Jahr 1927

Ein weiteres Foto aus 1952 zeigt am linken Bildrand das Haus Ashauer und daran anschließend den Beginn einer Reihe der heute abgerissenen Häuser.

Fahrweg 1952

Der Fahrweg im Jahr 1952

Das letzte der Häuser (Heute Fahrweg Nr. 17),  hatte Erwin Markowski erworben und es aufwendig und  vorbildlich saniert.

Haus Fahrweg Nr. 17 in Welda (©) Holger Sprenger

Haus Fahrweg Nr. 17 in Welda

Das denkmalgeschützte zweigeschossige Fachwerkhaus stellt sich heute seinem ursprünglichen Charakter her dar.

Darin haben wir selbst mal gewohnt, als wir seinerzeit nach Welda gezogen sind.

Das Motorrad von Opa Hermann hatte übrigens den 2. Weltkrieg gut überstanden, da es während des Krieges von ihm im Misthaufen hinter dem Haus versteckt wurde.

Zum Abschluß eine kleine Geschichte, die Hermann Ashauer seinem Enkel Stephan anvertraute:

Auf dem Weg vom Schützenfest Welda zur Kaserne Sennelager hatte Opa Hermann seinen Kameraden unterwegs vom Motorrad verloren, nachdem sie ordentlich gefeiert hatten. Irgendwann fiel Hermann auf, dass der Kamerad nicht mehr hinten saß. Er drehte um und fand ihn unverletzt auf der Straße liegen, sammelte ihn wieder auf und sie kamen gut in der Kaserne an.

In unserem umfangreichen Dorfarchiv findet man bestimmt noch viele interessante Geschichten und Anekdoten von und um Welda herum, die noch auf ihre Veröffentlichung warten.

 

Holger Sprenger

 

Das Mühlrad der Alten Mühle in Welda dreht sich wieder

Dorfgemeinschaft Welda reaktiviert mit der Rentner AG das historische Mühlrad der „Alten Mühle“ am Hörler Bach

Das Mühlrad der Alten Mühle am Hörler Bach (©) Holger Sprenger

Das Mühlrad der Alten Mühle am Hörler Bach

Die in Urkunden und Abschriften 1486 erstmals erwähnte „Alte Mühle“ am Hörler Bach beherbergt Heute in Welda den wohl romantischsten Kindergarten im Warburger Land.

Nachdem die Mühle mehrere hundert Jahre zum Mahlen und Sägen diente, sicherte sie ab 1905 als Pumpstation mit ihrem Mühlrad die örtliche Wasserversorgung von Welda.

1992 wurde ein neues Mühlrad angeschafft, in Betrieb genommen und zum technischen Denkmal erklärt.

Der Weldaer Ortsbeirat stellte die Weichen für regenerative Energien und das Mühlrad der Alten Mühle lieferte mit einem Generator ab 2003 Ökostrom.

Bedingt durch die immer weiter sinkende Wasserzulaufmenge Hörler Bachs, sank allerdings auch mit den Jahren der durch das Mühlrad erzeugte Strom.

Die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten des Mühlrades mit dem durch Keilriemen angetriebenen Generator überstiegen schließlich die Einspeisevergütung für den jahrelang nachhaltig produzierten Strom.

Nachdem durch einen Defekt und Undichtigkeiten an dem alten Getriebe ZTLW 320 der Firma Flender aus Bocholt auch noch permanent Öl austrat, wurde das Mühlrad 2015 angehalten und bedauerlicherweise stillgelegt.

Die Reaktivierung des Mühlrades

2022 ergriff die Dorfgemeinschaft Welda die Initiative, das Mühlrad der alten Mühle zu reaktivieren und wieder in Betrieb zu nehmen.

Nach einer Bestandsaufnahmen der örtlichen Gegebenheiten, sowie  Zustand von Mühlrad und Getriebe erarbeitete der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Holger Sprenger ein Konzept zur Reaktivierung und stellte in Absprache mit Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt und der Stadt Warburg einen Antrag beim NRW Förderprogramm Heimatscheck.

Nachdem der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold am 29. April 2022 eintraf, konnte es endlich losgehen.

Mit ehrenamtlichem Engagement, viel Eigenleistung und öffentlichen Mitteln in Höhe von 2.000 Euro aus dem NRW Heimatscheck konnte dieses Vorhaben in 2022 erfolgreich umgesetzt werden.

Das Getriebe wurde durch die Weldaer Rentner AG in Eigenleistung repariert und abgedichtet.

Diese Arbeitsgruppe aus Ruheständlern wurde 2005 von Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt ins Leben gerufen und sollte eigentlich bei Bedarf zwanglos kleinere Arbeiten in der Gemeinde ausführen, damit der Ort in seiner Schönheit und in einem gepflegten Zustand erhalten werden kann.

Mittlerweile übernimmt die örtliche Rentner AG allerdings so viele Aufgaben in Welda, dass sie nicht mehr wegzudenken ist.

Auch Hubertus Kuhaupt ließ es sich nicht nehmen tatkräftig mit anzupacken.

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe (©) Holger Sprenger

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe

Das Mühlrad und der Zulauftrog wurden mechanisch von den jahrelangen Anhaftungen und Verkrustungen befreit und gereinigt.

Die alte Einlaufklappe und das Gestänge, an dem sich immer wieder Äste verfingen, wurden entfernt.

Der Wassereinlauf auf das Mühlrad wurde so modifiziert, dass die Wassermenge begrenzt werden kann und sich das Mühlrad in der vorgesehenen Geschwindigkeit dreht.

Die technikbegeisterten Tüftler Oswald Blömeke und Holger Sprenger, beides gelernte Mechaniker mit zusammen über 8 Jahrzehnten Erfahrung mit Getrieben und Antrieben, haben auch gemeinsam den Einlauf modifiziert.

Oswald Blömeke und Holger Sprenger (©) Holger Sprenger

(Von Links) Oswald Blömeke und Holger Sprenger mit den neuen Komponenten

Mit dem mit 2 großen Bohrungen versehenen neuen Edelstahlblech und den 4 selbst angefertigten Distanzringen, die zusätzlich mit Epoxidharz vergossen wurden, lassen sich jetzt je nach Bedarf 8 unterschiedliche Durchflussmengen realisieren, die auf das Mühlrad fließen und es zum drehen bringen.

Zum kontrollierten Abstellen des Mühlrades dienen zwei mit Epoxidharz gefüllte Verschlusstopfen, die zum schnellen Einsatz in einem Behälter direkt am Zulauftrog lagern.

Alle sind begeistert von der Technik und den Fähigkeiten, wie man sich bereits im Mittelalter regenerative Energien zu Nutze gemacht hat

„Die Kräfte, die das behäbig wirkende Mühlrad der Alten Mühle entfaltet sind gewaltig“, erläutert Holger Sprenger.

„Wenn sich die großvolumigen über 30 Liter fassenden Schaufeln mit Wasser füllen und das Mühlrad sich dreht, bringt es wesentlich mehr Drehmoment auf, wie der 1.500 PS starke 12 Zylinder Bi-Turbo-Motor des 60 Tonnen schweren Kampfpanzers Leopard II.“

„Mit solchen Kräften muss man mit Bedacht und respektvoll umgehen.“

Da sich der Kindergarten in der Alten Mühle befindet, erhielt der Dreh- und Absturzbereich an der Stützmauer des Mühlrades zur Absicherung noch zusätzlich einen hohen Doppelstabmattenzaun.

Das Dorfarchiv, die Weldaer Chroniken, Heimatblätter und die alten Berichte der Dorfgemeinschaft wurden nach Informationen über die Alte Mühle durchforstet, um die umfangreiche Historie der Mühle, deren Entwicklung und die Bedeutung für das Leben in Welda erstellen und für alle zugänglich machen zu können.

Zum Abschluss des Projektes wurde von der Rentner AG an der Ostseite der Mühle  noch eine Informationswand mit der Historie und Fotos der Alten Mühle am Hörler Bach angefertigt und aufgestellt. Auch ein Video vom Mühlrad und der Mühle wurde erstellt und mit der Historie auf der Homepage veröffentlicht.

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle – von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch (©) Holger Sprenger

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle – von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch

Das historische Mühlrad der Alten Mühle am Hörler Bach, welches seit 1486 einen Mahlstein und später zudem noch eine Säge antrieb, ab Beginn des 20. Jahrhunderts die örtliche Wasserversorgung von Welda sicher stellte und ab 2003 mit erneuerbaren Energien Strom erzeugte, dreht sich nun zur Freude der Weldaer Bürgerinnen und Bürger wieder.

Vielen Dank an die fleißigen Helfer der Rentner AG aus Welda und die Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Warburg.

Die umfangreiche Historie der Alten Mühle mit dem Video vom Mühlrad und vielen Fotos sind auf der Homepage von Welda unter www.welda.de/muehle abrufbar.

 

Die „Alte Mühle“ am Hörler Bach in Welda

Die „Alte Mühle“ am Hörler Bach in Welda

 

Die Alte Mühle am Hörler Bach (©) Holger Sprenger

Die Alte Mühle am Hörler Bach in Welda

In Urkunden und Abschriften ist die Errichtung der „Alten Mühle“ am Hörler Bach in Welda durch die Familie von Haxthausen im Jahr 1486 erstmals erwähnt.

Das oberschlächtige Wasserrad mit großer Leistungsfähigkeit wird von oben über einen Zulauftrog mit Wasser beaufschlagt.

Das älteste, eingeschossige Fachwerkgebäude mit Mühlrad und Mansardendach steht auf einem hohen Bruchsteinsockel. Die beiden Anbauten unter Satteldächern sind Anfang des 20. Jahrhundert einzustufen.

Zeichnung der historischen Alten Mühle von Welda

Zeichnung der historischen Alten Mühle von Welda

1486 ließ Gottschalk von Haxthausen die Mühle am Hörler Bach als zweite Mühle, die in Welda als Mahlmühle diente, neben einer bereits bestehenden Mühle an der Twiste errichten.

1768 starben die von Haxthausen im Mannesstamme aus. Wilhelmine von Haxthausen heiratete 1788 den Freiherrn Georg von Brackel. Seitdem wurde die Mühle, als die von Brackel’sche Mühle bezeichnet.

1903 kaufte die Gemeindeverwaltung die Mühle von Baron von Brakel für 7.700 Mark, um sie für die örtliche Wasserversorgung zu einem Pumpwerk umzurüsten.

In den Kauf eingeschlossen waren auch die Fischteiche nebst den anliegenden Gärten.

Für den Ankauf der von Brackel’schen Mühle wurde damals ein Kredit von 8 000,- Mark bei der Kreissparkasse Warburg aufgenommen.

Die Alte Mühle sichert als Pumpstation die örtliche Wasserversorgung

So wurde in Welda endlich eine Wasserleitung gebaut, durch die die vielen Einzelbrunnen im Dorf entbehrlich wurden. Verunreinigte Brunnen waren immer wieder Ursache für seuchenartige Krankheiten gewesen.

Zu dieser Zeit gab es in Welda noch keinen Strom!

Die günstige Lage der alten Mühle machte es möglich, das Dorf mit Trinkwasser zu versorgen, ohne für den Transport elektrische Energie zu benutzen.

Im Januar 1905 begann der Bau der Wasserleitung.

Am 26. April 1905 konnte sie in Betrieb genommen werden.

Pumpstation Welda (©) Holger Sprenger

Die Pumpstation von Welda

Dadurch, dass die einzelnen Hausanschlüsse von der Gemeindekasse übernommen wurden (vom Hauptrohr bis zum Absperrhahn im Haus) haben auch alle Häuser in Welda einen kostengünstigen Wasseranschluss erhalten. Zusätzlich sind für den Einsatz der örtlichen Feuerwehr 20 Hydranten im Leitungsnetz angelegt worden.

Mit natürlichem Gefälle lief das Wasser von den Sieben Quellen unterhalb der Ibänke an der Hörler Straße durch eine Rohrleitung im Hörler Bach in die Zisterne an der Nordseite hinter der Mühle. Von dort wurde es in den Hochbehälter am Iberg gepumpt.

Die Pumparbeit verrichtete eine Pumpe, die durch das Mühlrad angetrieben wurde.

Die Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt von 1958 (©) Holger Sprenger

Die Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt

Eine Zeit lang musste der Mühlenpächter für die Mühle keine Miete zahlen. Dafür musste er der Gemeinde das Wasser unentgeltlich liefern, die Mühle instandhalten und den Fischteich kostenlos beaufsichtigen.

Bis 1950 war Karl Scheele über 40 Jahre lang Mühlenpächter in Welda.

1951 wurde die Miete für die Wohnung auf monatlich 20,00 DM und für die Mühle auf 5,00 DM festgesetzt. Für das Wasserpumpen zahlte die Gemeinde dem neuen Pächter August Temme 2,5 Pfennig je Kubikmeter gelieferten Wassers.

1958 wurde eine neue Kolbenpumpe der Firma Klein Schanzlin & Becker AG Frankfurt angeschafft und die Wanne vor dem Wasserrad wurde erneuert.

Dachsanierung 1952

Dachsanierung 1952

Bis zum Bau des Wasserbehälters auf dem Hoppenberg im Jahr 1962 war die alte Mühle für die örtliche Wasserversorgung von großer Bedeutung.

1952 wurde der Anbau der Mühle zu Wohnzwecken umgebaut.

1956 wurde das Dach der alten Mühle erneuert.

1961 wurde ein neuer Satz Ventile für die Pumpe angeschafft.

 

Nach jahrelangem Leerstand begannen 1989 die Renovierungsarbeiten der Mühle.

1991 wurde die Fassade aufwändig restauriert.

Fassadenrenovierung 1991

Fassadenrenovierung 1991

Neues Mühlrad wird technisches Denkmal

1992 wurde als Ersatz für den durchgerosteten Vorgänger ein neues Mühlrad angeschafft und am 16.05.1992 feierlich in Betrieb genommen.

Unterstützt wurde die Beschaffung vom Amt für Agrarordnung und vom Denkmalamt Münster, welches das Mühlrad zum technischen Denkmal erklärte.

Einweihung des neuen Mühlrades - Welda 16.05.1992

Einweihung des neuen Mühlrades – Welda 16.05.1992

Das Mühlrad hat einen Durchmesser von 424 cm, 48 Schaufeln und beidseitig 6 hölzerne Speichen aus druckimprägniertem Bongossiholz.

Die Kosten beliefen sich auf 44.000 DM.

In der Mühle entsteht ein Kindergarten

Im August 1993 begannen die Umbauarbeiten der Mühle zu einem Kindergarten.

Eröffnung Kindergarten Welda am 31.07.1994

Eröffnung Kindergarten Welda

Am 31.07.1994 wurde der Adolph Kolping Kindergarten durch Ortsvorsteher Hans Bodemann eröffnet und konnte eingeweiht werden.

Die Ökumenische Weihe und Einsegnung zelebrierten gemeinsam Kolping-Diözesanpräses Alois Schröder aus Paderborn und  Weldas Pastor Franz Thiemann.

Mit Landesmitteln in Höhe von DM 341 000 DM entstanden so die ersten 25 Kindergartenplätze in Welda.

Adolph-Kolping-Kindergarten Welda (©) Holger Sprenger

Adolph-Kolping-Kindergarten Welda

An dem idyllischen und historischen Ort entstand der wohl romantischste Kindergarten im Warburger Land.

Seit 1995 ist die Alte Mühle auch Treffpunkt für die freiwilligen Helfer aus Welda, die im Ort Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen durchführen.

Hans & Franz Bodemann in der Heimatstube

Hans & Franz Bodemann in der Heimatstube

Heimatstube in der Mühle

Zudem wurden mit 900 Stunden Eigenleistung im Dachgeschoss der alten Mühle ein Intensivraum für den Kindergarten und ein Raum für eine Heimatstube ausgebaut, die 1996 eröffnet wurde.

Dort lagern viele Gegenstände, gesammelt und archiviert von den Brüdern Hans & Franz Bodemann, die das Leben in Welda in den vergangenen Generationen dokumentieren.

Die Alte Mühle von Welda erzeugt Ökostrom
Generator der Firma Schorch (©) Holger Sprenger

Generator der Firma Schorch

Bereits 1998 hatte der Weldaer Ortsbeirat die Weichen für regenerative Energien gestellt, die das Mühlrad der Alten Mühle erzeugen sollte.

Ebenso wurden Fördermittel beantragt. Man ging davon aus, dass jährlich etwa 26.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden können.

Das Projekt zog sich dann allerdings doch länger hin.

In 2003 wurde in der Mühle endlich ein 5,0 KW Generator installiert, die Alte Mühle ging ans Netz und das Mühlrad wurde zur Stromerzeugung genutzt.

Dazu kamen noch hohe Investitionen für 2 neue Stehlager für die Radwelle, für einen Schaltschrank und eine Getriebereparatur, sowie einen neuen Netzanschluss.

49 Prozent der förderfähigen Kosten wurden damals auf Antrag von der Stadt Warburg und dem Land NRW übernommen. 51 Prozent finanzierte die Dorfgemeinschaft selbst mit einem entsprechenden Kredit.

Klimaschutzpreis 2007 für Welda
Vl. OV Hubertus Kuhaupt, Klaus Viktor und Hans Bodemann

(Von links) Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt, Klaus Viktor und Hans Bodemann

Am 09.01.2008 wurde die Dorfgemeinschaft Welda für die umfangreiche Renovierung der Mühle und Umnutzung der technischen Möglichkeiten für die mit dem Mühlrad erzeugte erneuerbare Energie mit dem Klimaschutzpreis 2007 der Stadt Warburg und RWE ausgezeichnet.

Die Urkunde nahmen Hans Bodemann, der das Projekt 1998 anschob,  der technische Leiter Klaus Viktor und der seit 2004 amtierende Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt entgegen.

Bedingt durch die immer weiter sinkende Wasserzulaufmenge des Hörler Bachs, sank allerdings auch mit den Jahren der durch das Mühlrad erzeugte Strom.

Getriebe ZTLW 320 Firma Flender Bocholt (©) Holger Sprenger

Getriebe ZTLW 320 der Firma Flender Bocholt

Die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten des Mühlrades mit dem durch Keilriemen angetriebenen Generator überstiegen schließlich die Einspeisevergütung für den jahrelang nachhaltig produzierten Strom.

Nachdem durch einen Defekt und Undichtigkeiten an dem alten Getriebe ZTLW 320 der Firma Flender aus Bocholt aus 1932 auch noch permanent Öl austrat, wurde das Mühlrad 2015 angehalten und bedauerlicherweise stillgelegt.

Die Reaktivierung des Mühlrades

2022 ergriff die Dorfgemeinschaft Welda die Initiative, das Mühlrad der alten Mühle zu reaktivieren und wieder in Betrieb zu nehmen.

Nach einer Bestandsaufnahmen der örtlichen Gegebenheiten, sowie  Zustand von Mühlrad und Getriebe erarbeitete der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Holger Sprenger ein Konzept zur Reaktivierung und stellte in Absprache mit Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt und der Stadt Warburg einen Antrag beim NRW Förderprogramm Heimatscheck.

Nachdem der Antrag bewilligt und der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold am 29. April 2022 eintraf, konnte es endlich losgehen.

Mit ehrenamtlichem Engagement, viel Eigenleistung und öffentlichen Mitteln in Höhe von 2.000 Euro aus dem NRW Heimatscheck konnte dieses Vorhaben in 2022 erfolgreich umgesetzt werden.

Das Getriebe wurde durch die Weldaer Rentner AG in Eigenleistung repariert und abgedichtet.

Diese Arbeitsgruppe aus Ruheständlern wurde 2005 von Ortsvorsteher Hubertus Kuhaupt ins Leben gerufen und sollte eigentlich bei Bedarf zwanglos kleinere Arbeiten in der Gemeinde ausführen, damit der Ort in seiner Schönheit und in einem gepflegten Zustand erhalten werden kann.

Mittlerweile übernimmt die örtliche Rentner AG allerdings so viele Aufgaben in Welda, dass sie nicht mehr wegzudenken ist.

Auch Hubertus Kuhaupt ließ es sich nicht nehmen tatkräftig mit anzupacken.

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe (©) Holger Sprenger

Hubertus Kuhaupt und Oswald Blömeke begutachten das offene Getriebe

Sieht man sich das riesige Getriebe im Antriebsraum der Alten Mühle, ist man überrascht über Ausmaß und Dimensionen.

Aber das behäbig wirkende Mühlrad der Alten Mühle hat es in sich.

Ein Blick in das offene Getriebe (©) Holger Sprenger

Ein Blick in das offene Getriebe

Das Mühlrad wurde mechanisch von den jahrelangen Anhaftungen und Verkrustungen befreit und anschließend noch mittels Hochdruckreiniger gereinigt.

Holger Sprenger am Mühlrad der Alten Mühle von Welda

Holger Sprenger bei der Reinigung vom Mühlrad der Alten Mühle

Auch der Wasserzulauftrog wurde sorgfältig gereinigt und die alte Einlaufklappe und das Gestänge, an dem sich immer wieder Äste verfingen, wurden entfernt.

Die nicht richtig abdichtende alte Klappe hatte zudem durch das stetig durch sickernde Wasser immer wieder unkontrollierte Bewegungen des Mühlrades verursacht.

Oswald Blömeke im Zulauftrog bei der Demontage der alten Klappe (©) Holger Sprenger

Oswald Blömeke im Zulauftrog bei der Demontage der alten Klappe

Die Bremse an der Achse des Mühlrades wurde gelöst und die Stehlager neu gefettet.

Der Wassereinlauf auf das Mühlrad wurden so modifiziert, dass die Wassermenge begrenzt werden kann und sich das Mühlrad in der vorgesehenen Geschwindigkeit dreht.

Die technikbegeisterten Tüftler Oswald Blömeke und Holger Sprenger, beides gelernte Mechaniker mit zusammen über 8 Jahrzehnten Erfahrung mit Getrieben und Antrieben, haben auch gemeinsam den Einlauf modifiziert.

Oswald Blömeke und Holger Sprenger (©) Holger Sprenger

(Von Links) Oswald Blömeke und Holger Sprenger mit den neuen Komponenten

Mit dem mit 2 großen Bohrungen versehenen neuen Edelstahlblech und den 4 selbst angefertigten Distanzringen, die zusätzlich mit Epoxidharz vergossen wurden, lassen sich jetzt je nach Bedarf 8 unterschiedliche Durchflussmengen realisieren, die auf das Mühlrad fließen und es zum drehen bringen.

Der neue Wassereinlauf (©) Holger Sprenger

Der neue Wassereinlauf

Zum kontrollierten Abstellen des Mühlrades dienen zwei mit Epoxidharz gefüllte Verschlusstopfen, die zum schnellen Einsatz in einem Behälter direkt am Zulauftrog lagern.

Alle sind begeistert von der Technik und den Fähigkeiten, wie man sich bereits im Mittelalter regenerative Energien zu Nutze gemacht hat

Die Kräfte, die das behäbig wirkende Mühlrad der Alten Mühle entfaltet sind gewaltig.

Wenn sich die großvolumigen über 30 Liter fassenden Schaufeln mit Wasser füllen und das Mühlrad sich dreht, bringt es wesentlich mehr Drehmoment auf, wie der 1.500 PS starke 12 Zylinder Bi-Turbo-Motor des 60 Tonnen schweren Kampfpanzers Leopard II.

Mit solchen Kräften muss man mit Bedacht und respektvoll umgehen.

Der neue Zaun am Mühlrad (©) Holger Sprenger

Der neue Zaun am Mühlrad

Da sich der Kindergarten in der Alten Mühle befindet, erhielt der Dreh- und Absturzbereich an der Stützmauer des Mühlrades zur Absicherung noch zusätzlich einen hohen Doppelstabmattenzaun.

Das Dorfarchiv, die Weldaer Chroniken, Heimatblätter und die alten Berichte der Dorfgemeinschaft, sowie deren Vorgängerin, die Gemeinschaft der Weldaer Vereine wurden nach Informationen über die Alte Mühle durchforstet, um die umfangreiche Historie der Mühle, deren Entwicklung und die Bedeutung für das Leben in Welda erstellen und für alle zugänglich machen zu können.

Zum Abschluss des Projektes wurde von der Rentner AG an der Ostseite der Mühle  noch eine Informationswand mit der Historie und Fotos der Alten Mühle am Hörler Bach angefertigt und aufgestellt.

Zudem wurde noch ein Video vom Mühlrad und der Mühle erstellt und mit der umfangreichen Historie auf die Homepage gestellt.

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle - von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch (©) Holger Sprenger

(Die Rentner AG Welda am Infoschild der alten Mühle – von links) Holger Sprenger, Alexander Winkler, Otto Flaskamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Peter Martin und Friedhelm Koch

Auch am Ortseingang von Welda wurden am Radweg R2 Informationsschilder angefertigt und aufgestellt, die u.a. auf die historische „Alte Mühle von Welda“ hinweisen.

Mittels dem abgebildeten QR-Code findet man jetzt leicht und schnell den Weg zur Mühle.

Rentner AG Welda beim Informations- und Hinweisschild am Radweg (©) Holger Sprenger

(Die Rentner AG Welda am Infoschild am Radweg – von links) Peter Martin, Ewald Wennekamp, Franz Petry, Oswald Blömeke, Dieter Dewenter, Walter Gutzeit, Heinz Marquardt, Otto Flaskamp, Friedhelm Koch und Holger Sprenger

Das historische Mühlrad der Alten Mühle am Hörler Bach, welches seit 1486 einen Mahlstein und später zudem noch eine Säge antrieb, ab Beginn des 20. Jahrhunderts die örtliche Wasserversorgung von Welda sicher stellte und ab 2003 mit erneuerbaren Energien Strom erzeugte, dreht sich nun zur Freude der Weldaer Bürgerinnen und Bürger wieder.

Vielen Dank an die fleißigen Helfer der Rentner AG aus Welda und die Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Warburg.

 

Holger Sprenger
Dorfgemeinschaft Welda e.V.
Im Dezember 2022

 

Neuer verstellbarer Wehrverschluss am Stauwehr des Hörler Bachs

Mai 2023 Das Team für Metall und Technik in der Rentner-AG, Oswald Blömeke und Holger Sprenger, haben das neue Gestell mit der Spindel am kleinen Stauwehr im Hörler Bach zur besseren Regulierung des Mühlengrabens installiert.

Schreinermeister Otto Flaskamp hatte für das Stauwehr noch einen neuen Wehrverschluss aus Eichenholz angefertigt.

Mit der Spindel und dem neuen Wehrverschluss kann die Wasserzufuhr zum Mühlrad der Alten Mühle und den Teichen des Anglervereins nun stufenlos reguliert werden.

 

Die Historie als PDF anschauen oder herunterladen:

Die Historie der Alten Mühle am Hörler Bach in Welda

 

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